Taufkleid

Taufkleid

Taufkleid

Die Tradition des Taufkleides geht bis auf die frühchristliche Geschichte zurück. Heute hat es immer noch einen festen Platz im Taufakt der römisch-katholischen Kirche, in der evangelischen Kirche ist es etwas weniger verbreitet. Doch woher kommt es nun her, das Taufkleid?
In seinem Galaterbrief mahnt der Apostel Paulus: „Denn ihr alle, die ihr auf Christus getauft seid, hat Christus angezogen.“ Mit dem Hintergrund dieser Worte entstanden unsere heutigen Taufkleider. In den Frühzeiten trugen die Taufwilligen zur Vorbereitung auf den Akt der Taufe dunkle Kleidung, welche dann mit der Taufe abgelegt und durch weiße Gewänder ersetzt wurde. Diese Gewänder symbolisierten nach Außen die Verinnerlichung Christus‘ „…habt Christus angezogen“, den Neuanfang durch Sündenvergebung und die Hoffnung auf Gottes Hilfe zur Führung eines, im christlichen Sinne, guten Lebens. Das Taufgewand wurde vom Moment der Taufe am Ostersonntag, bis zum nächsten Sonntag während der gesamten Festwoche getragen. Heute blieb uns von dieser Woche nur der Ostermontag und das Kleid wird häufig nur zum Taufakt angelegt.
Das die neuen, äußeren Gewänder weiß waren, trägt wohl eher Ursache in der Tatsache, dass weiße Stoffe preiswerter herzustellen waren als farbige. Später erhielt die Farbe jedoch zusätzlich die Symbolkraft des himmlischen Lichtes, der Unschuld und Reinheit, Vollkommenheit und Glanz, wie auch Freude. Deshalb wurde sie auch Festtagsfarbe der liturgischen Kleider, welche zu Ostern, Weihnachten und anderen hohen christlichen Feiertagen getragen werden. Im Laufe des Jahrtausends wurden alte mit neuen Traditionen verknüpft. So handhabt jede Familie ihre kleine eigene Tradition, in der Taufkleider selbst genäht, dann Name und Taufdatum in den Saum des Kleides gestickt werden. Auch werden Taufkleider aus dem Brautkleid der Mutter genäht. Andere Familien geben das selbstgefertigte Taufkleid von Generation zu Generation weiter. Wie es auch immer gehandhabt wird, so zeigen doch diese familiären Traditionen zum Taufkleid, wie sehr Ehe, Familie und Glauben doch zusammen gehören.